Herrensitzung - Ausverkauft, ausgelassen, unerschütterlich gut gelaunt
Und genau so präsentierte sich die Herrensitzung der KG Böse Geister im JOVEL – beste Stimmung von der ersten Minute bis zum großen Finale, ganz egal, was der Zeitplan dazu sagte.
Den karnevalistischen Startschuss gab die Tanzgruppe der ZiBoMo, die gemeinsam mit den Obergeistern und dem Elferrat in den Saal einmarschierte. Spätestens hier war klar: Die Herren waren bereit, die Krawatten saßen – und die Stimmung sowieso. Direkt danach folgte der feierliche Einzug von Stadtprinz Christian II. samt Gefolge, Prinzenfanfare und Stadtwache. Würdevoll, festlich und mit genau der richtigen Portion kölscher Selbstverständlichkeit.
Mit ordentlich Tempo und beeindruckender Athletik übernahm anschließend das Tanzcorps Rot-Weiß die Bühne und bewies eindrucksvoll, dass man auch ohne Pause zwischen den Programmpunkten ins Schwitzen kommen kann – auf der Bühne wie im Publikum. Für die musikalische Versorgung sorgte danach die Band Cöllner, die den Saal zuverlässig im Mitsing-Modus hielt.
Ein echtes Highlight war der Auftritt des Stadtjugendprinzenpaares Rosalie I. und Max I. von den Bösen Geistern. Jung, charmant und sichtbar karnevalsverliebt zeigten sie, dass der Nachwuchs bestens gerüstet ist – und ließen keinen Zweifel daran, dass Karneval keine Altersfrage ist.
Dann kam der Moment, der später für viele Schmunzler sorgte: Die geplante Burlesque-Show musste aufgrund eines Autounfalls kurzfristig verschoben werden. Doch wer jetzt an Nervosität denkt, kennt diese Herrensitzung schlecht. Ralf „Eppi“ Ebbing nutzte die Gelegenheit und bewies, dass man eine Programmlücke nicht nur füllen, sondern regelrecht wegmoderieren und wegsingen kann. Mit Humor, Spontanität und Gesangseinlagen hielt er den Saal bestens bei Laune – Wartezeit fühlte sich plötzlich wie ein Bonusprogramm an.
Im weiteren Verlauf tanzte sich das Tanzcorps Rot-Weiß auf der Bühne in die Herzen der Herren, bevor eine Ersatztänzerin mit einer Burlesque-Darbietung bewies, dass Improvisation im Karneval nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht ist.
Mit den Big Maggas erreichte die Stimmung dann endgültig den Siedepunkt. Schrill, selbstironisch und hemmungslos unterhaltsam machten sie aus dem JOVEL einen einzigen, textsicheren Chor. Kurz vor Schluss setzten die Sugar Girls mit ihrem energiegeladenen Tanzauftritt noch einen drauf, bevor im großen Finale wirklich alles stimmte: Lautstärke, Lachen, Applaus – und ganz viele zufriedene Gesichter.
Fazit des Abends: Verspätungen? Geschenkt.
Stimmung? Überragend.
Eine Herrensitzung, die gezeigt hat, dass echter Karneval nicht nach Uhr geht, sondern nach Herz, Humor und Hopfen.
Und hier sind die Bilder dazu.