Helau!
Münster. Karneval. Böse Geister.
, Timmer Frederik

Was war das denn bitte?!

Eine Damensitzung, die keine Gefangenen machte

Nach dieser Veranstaltung war eines klar: Die 28. Damensitzung der KG Böse Geister ist nichts für schwache Nerven – dafür aber genau das Richtige für alle, die Karneval laut, wild und mit ganz viel Herz lieben.

Schon beim Betreten des JOVEL zündete die Stimmung wie eine gut geölte Konfettikanone. Die Damen erschienen herrlich verkleidet, bestens gelaunt und offensichtlich nicht gewillt, den Abend langsam anzugehen. Noch bevor das offizielle Programm startete, wurde bereits getanzt, gebützt und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Dass die Obergeister am Eingang großzügig Sekt verteilten, tat ihr Übriges – die Grundlage für einen legendären Abend war also schon im Vorraum gelegt.

Die Stadtwache führte schließlich die Prozession aus Damengeistern, Elferrat, Obergeistern und der Tanzgruppe der NZA an. Spätestens jetzt war allen klar: Hier passiert heute etwas Großes. Und zwar nichts, was man leise genießen würde.

Als Stadtprinz Christian II. die Bühne betrat und seine Lieder anstimmte, gab es endgültig kein Halten mehr. Die Stimmung schwappte bis in die letzte Reihe des ausverkauften Saales – textsicher, lautstark und mit einer Energie, die selbst gestandene Karnevalisten kurz durchatmen ließ. In Sachen Mitsingen machte den Damen an diesem Abend ohnehin niemand etwas vor.

Das bekam auch die kölsche Coverband deutlich zu spüren. Was schon grandios begonnen hatte, schraubte sich Lied für Lied in neue Stimmungssphären. Entsprechend glücklich – und leicht überwältigt – verließen die Musiker mit breitem Grinsen die Bühne.

Leichtes Spiel hatte anschließend das Männerballett der KG Schlossgeister. Mit gekonntem Tanz, treffsicherer Musikauswahl und legendären pinken Shorts wurden sie auf einer Welle der Euphorie durchs Programm getragen. Zeit für ein kurzes Durchschnaufen – zumindest theoretisch.

Denn die folgende LED-Show faszinierte das Publikum so sehr, dass die beiden Künstler entspannt und unter großem Applaus von der Bühne gehen konnten. Entspannt blieb es allerdings nur für einen Moment.

Nach kurzer Verzögerung stand bereits das Tanzcorps Rot-Weiß Bechem bereit – und zeigte eindrucksvoll, wie Akrobatik, Leichtigkeit und Eleganz perfekt zusammenspielen. Spätestens hier war klar: Diese Damensitzung hatte wirklich alles.

Den Schlusspunkt setzte die Band Tante Käthe, die eine Rakete nach der anderen zündete. Die Damen, die ohnehin schon lange nicht mehr saßen, wurden endgültig von den Hockern gerissen – Mitsingen, Tanzen, Feiern bis zur letzten Note.

Ach, und da war ja noch das Stadtjugenprinzenpaar. Eine grandiose Performance, aber das erzählen euch am besten die, die dabei gewesen sind.

Fazit:
Ein Abend voller Energie, Emotionen und Eskalation im besten karnevalistischen Sinne.
Eine Damensitzung, die den Beteiligten garantiert in allerbester Erinnerung bleiben wird – und allen anderen die Messlatte sehr, sehr hoch legt